Was mich an der Druckgrafik besonders reizt, ist die schier unendliche Vielfalt der technischen Möglichkeiten, mit denen sich eine Bildidee verwirklichen lässt. Jeder Druckprozess bringt andere Anforderungen und ästhetische Qualitäten mit sich - genau diese Vielfalt ist es, die mich immer wieder aufs Neue inspiriert.
Im Tiefdruck wird die Druckplatte graviert oder geätzt. Man spricht vom Radieren. Anschließend wird die Platte eingefärbt und die Oberfläche sorgfältig gesäubert - nur die Vertiefungen halten die Farbe und ergeben das Druckbild.
Der Hochdruck, etwa Linolschnitt oder Holzschnitt, verlangt dagegen kraftvolles handwerkliches Arbeiten: Alles, was später nicht gedruckt werden soll, wird weggeschnitten, bevor die Druckplatte mit Farbe eingewalzt wird.
Beim Siebdruck wiederum werden die nichtdruckenden Bereiche auf dem Sieb abgedeckt, sodass die Farbe durch die offenen Stellen auf das Papier gedruckt werden kann.
Diese Beispiele zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der faszinierenden Möglichkeiten, die die Druckgrafik bietet.
Der Zauber, ,,der jedem Anfang innewohnt" - wie Hermann Hesse es formulierte - umfängt mich bei jeder neuen Druckplatte. Jeder Druck ist für mich ein kleines Abenteuer: eine Kombination aus Planung, Experiment und Zufall, bei der letztlich jedes Blatt zu einem Original wird - gerade weil es von Hand eingefärbt, geführt und vollendet wird.“
Text: Ingolf Engel Bild: Ingolf Engel
Die Vernissage findet am Freitag, den 6. Februar 2026 um 19:00 Uhr statt.









